Konzert

So 18.01.1998 | Einlass ab | Konzertbeginn

Ufo

Ausgeleiert

Die Hardrockveteranen Ufo im LKA

Das Plakat hat das „Comeback des Jahres" versprochen, und tatsächlich, das LKA ist restlos ausverkauft. Alle wollen noch einmal eine Ikone des Hardrock bejubeln: Die fünf Kämpen von Ufo sind aus ihrem klapprig ge­wordenen Raumschiff gestiegen, um ihre überaus treue Anhängerschaft auf schwäbi­scher Erde nun sogar in der einzig wichtigen Besetzung zu beglücken. Denn das Ufo steu­erte ja einen personellen Schlingerkurs durch die Milchstraßen der Rockgeschichte und litt, wie Kenner hinter vorgehaltener Hand raunen, stets unter den Launen seines Kommandanten und Vorsängers Phil Mogg.

Nicht viel mehr als hartgesottenen musika­lischen Stumpfsinn hatte man in den fünf Jahren zuvor produziert, als der junge Micha­el Schenker, damals noch mit seinem Bruder Rudolf zusammen Gitarrist bei den Scorpions, 1974 zu den sprunghaften Rock-Raum­fahrern stieß. Der damalige Ufo-Gitarrist, so die Legende, war verhindert, und Schenker soll sich das gesamte Ufo-Repertoire vor dem Auftritt in einer einzigen Stunde ange­eignet haben, um erst mit den Scorpions und unmittelbar danach mit Ufo aufzutreten. Fünf Jahre lang, bis zu Schenkers Ausschei­den, glänzte Ufo mit Verkaufszahlen; da­nach folgte der Absturz in die Bedeutungslo­sigkeit.

Doch das ist Vergangenheit. Es gilt die Ge­genwart und das harte Geschäft, einen My­thos auszuschlachten. Denn die Songs, die Ufo nun in geschäftstüchtiger Einigkeit auf die Bühne des LKA bringt, sie leiern alle­samt völlig veraltet und hölzern daher. Der Schlagzeuger Andy Parker scheint nach all den Jahren noch nicht einmal den Takt hal­ten zu können, und Phil Mogg, der Band-Des­pot am Mikrofon, muß seine wackligen Künste mit fortschreitender Auftrittsdauer gnädig in den Hintergrund mischen lassen. Einzig der einsam auf der linken Bühnensei­te solierende Michael Schenker zeigt allerlei fingerflink ausgeführte Kunststücke. üb stuttgarter zeitung 20.01.1998